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Austria

Follow-up Austrian CITYnvest Workshop

Nachbereitung CITYnvest Veranstaltung Österreich

CITYnvest führte am 16. November 2016 gemeinsam mit dem Klimabündnis Steiermark und der Energieagentur Steiermark unter Gastgeberschaft der Stadtgemeinde Knittelfeld eine Veranstaltung zum Thema Innovative Finanzierungsmöglichkeiten für die Sanierung kommunaler Gebäude durch. Bereits am Vormittag startete die Konferenz mit einer Exkursion zur NMS Weißkirchen, die als Vorzeigebeispiel energieeffizienter Sanierung gilt. Nach dem Mittagessen referierten nationale und internationale ExpertInnen zum Thema Innovative Finanzierungsmöglichkeiten für die Sanierung kommunaler Gebäude. Mit den ReferentInnen konnten die TeilnehmerInnen dann in Workshops ins Gespräch kommen.

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zur Veranstaltung, weiterführende Informationen zu diskutierten Themen, Links und Veranstaltungshinweise, um Ihnen Inspiration und konkrete Unterstützung für innovative Finanzierungsmechanismen für energetische Sanierung in Ihrer Gemeinde zu geben. 

Eine Zusammenfassung, alle Präsentationen sowie Fotos der Veranstaltung finden Sie hier.

Hintergrund und Hindernisse

Laut den Teilnehmern der Veranstaltung ist besonders in ländlichen Gebieten durch Abwanderung von Bevölkerung die Planungssicherheit nicht gegeben. Dadurch führt beispielsweise die Unsicherheit über die zukünftige Schülerzahl dazu, dass Schulen zunächst nicht saniert werden.
Die Bewerbung und Durchführung von EU-Projekten ist für viele, gerade kleinere Kommunen, mit zu hohem zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden. Außerdem richten sich diese Finanzierungsmöglichkeiten meist an größere Projekte und Investitionsvolumen. Wer dennoch von EU- Förderungen Gebrauch machen möchte, kann mit den Bundesländern  oder Energieagenturen zusammenarbeiten, oder sich auf ELENA-Förderungen bei der Europäischen Investitionsbank bewerben, für die der Aufwand geringer ist als bspw. Horizon2020-Projekte. Das Klimabündnis setzt sich in seinem Brüsseler Büro außerdem dafür ein, dass der Zugang von kleinen und mittelgroßen Projekten zu europäischen Fonds erleichtert wird. 

Weiterführende Empfehlungen, Links und Veranstaltungen

​Finanzierung für Machbarkeitsstudien, eines spezialisierten Teams und Experten vor Ort

Die Europäische Union bietet sogenannte „technische Unterstützung“ an, um Kommunen und Regionen bei der Entwicklung und Durchführung ihrer Sanierungsprojekte unter die Arme zu greifen. Dabei werden z.B. Machbarkeitsstudien und die Vorbereitung von Ausschreibungen unterstützt, oder die Einstellung von Mitarbeitern, die eine Vermittlerrolle zwischen Kommunen und Contractor-Anbietern/Bauunternehmern einnehmen. Um Förderung zu erhalten sollten die Projekte ein gewisses Investitionsvolumen erreichen. Daher bietet es sich an, eine Koordinierungsstelle einzurichten bzw. damit zusammenzuarbeiten (s.u.)

Einrichtung oder Unterstützung durch eine Koordinierungsstelle, um Gebäude und Wissen zu bündeln

Besonders in kleinen und mittleren Gemeinden fehlen oft das nötige Wissen und die Zeit, um energetische Sanierungen der öffentlichen Gebäude durchzuführen und zu finanzieren. Gleichzeitig fordern viele Kreditgeber und Projektförderer eine gewisse Investitionssumme, die nur erreicht werden kann, wenn eine große Zahl an Gebäuden renoviert wird. Dies verringert auch Transaktionskosten.
Dafür haben eine Reihe von Städten, Provinzen und Energieagenturen in ganz Europa Koordinierungsstellen eingerichtet, um Kommunen bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Sanierungsprojekte zu unterstützen, und/oder die Gebäude mehrerer Kommunen zeitgleich energetisch zu sanieren und die Finanzierung gemeinsam zu stemmen. Tipp aus der Veranstaltung: es hat sich bewährt, dass Kommunen sich finanziell an einer solchen Einrichtung beteiligen, damit der Wert dieser Dienstleistung erkannt und geschätzt wird.

Weitere hilfreiche Informationen:

  • Leitfaden für die Einführung einer Koordinierungsstelle für die energetische Sanierung: anwendungsorientierte, schrittweise Anleitung anhand des Beispiels der Provinz Lüttich
  • Ausführliche Informationen zur gleichzeitigen Renovierung mehrerer Gebäude (ggf. über Gemeindegrenzen hinweg) unter “How to efficiently bundle buildings?” in den CITYnvest FAQ
  • Mehr Informationen zu den Dienstleitungen österreichischer Beratungsstellen, speziell zum Thema Contracting beim Contracting-Portal
  • Energieagenturen, Bundesländer und andere Einrichtungen, die daran interessiert sind, eine Koordinierungsstelle einzurichten, sind eingeladen sich für weitere Informationen an info@citynvest.eu zu wenden

Crowdfunding nutzen, um energetische Sanierung zu finanzieren

Immer mehr Gemeinden zeigen Interesse daran, Crowdfunding für die energetische Sanierung ihrer Gebäude nutzen.
Reinhard Willfort vom ISN hatte einige Tipps für die Teilnehmer der Veranstaltung: Erfolgreiche Crowdfunding-Projekte müssen eine gute Geschichte transportieren und Emotionen hervorrufen, z.B. „Selbst Teil der Energiewende werden“, „Wertschöpfung bleibt in Region“. Vertrauen aufzubauen ist wichtig. Dazu kann eine Kommune zunächst mit einem kleinen Projekt starten, um Erfahrungen zu sammeln.
Beispiele für energetische Sanierungsprojekte von öffentlichen Gebäuden, die (teilweise) durch Crowdfunding finanziert werden:

​Schrittweise Anleitung um Ihr Finanzierungsmodell zu konzipieren und umzusetzen

Lassen Sie sich durch die Materialien leiten, die im CITYnvest Projekt entwickelt und erprobt wurden: Übersicht

Hilfreiche Links

Contracting-Portal für Österreich: Grundlegendes Wissen zum Energie-Contracting, Informationen zu Abwicklung und Übersicht über brereits durchgeführte Projekte, Förderungen und Kontakte für Beratung- Übersicht  
Informationen zu österreichischen Fördermöglichkeiten

Veranstaltungen 

Kommunale Klimaschutzlehrgänge des Klimabündnis
An wen richtet sich der Lehrgang?
Der Lehrgang richtet sich in erster Linie an GemeindevertreterInnen und -mitarbeiterInnen, Mitglieder von e5-Teams, Klimabündnis-Arbeitskreise oder PfarrgemeinderätInnen, die...

  • sich in die Thematik kommunaler Klimaschutzaufgaben einarbeiten,
  • weitere Möglichkeiten kommunaler Klimaschutzmaßnahmen prüfen,
  • den Grundstein für Klimaschutzprojekte in ihrer Gemeinde oder Pfarrgemeinde legen wollen.

Darüber hinaus freuen wir uns auch über TeilnehmerInnen aus anderen Bereichen der öffentlichen Verwaltung, aus Betrieben sowie über alle, die sich aus persönlichem Interesse für den Klimaschutz engagieren wollen! 
Weitere Informationen